Der Begriff
Was ist ein Succession Founder?
Ein Succession Founder übernimmt ein inhabergeführtes Unternehmen und baut es auf. Nicht als Verwalter, sondern als Gründer.
Von Vincent Hendricks, Inhaber in dritter Generation, Hendricks Group
Ich habe den Begriff gewählt, weil mir ein Wort gefehlt hat. „Nachfolger“ klingt nach jemandem, der das Licht anlässt und die Möbel nicht anrührt. „Gründer“ klingt nach Garage und Neuanfang bei null. Was ich gemacht habe und was viele andere jeden Tag machen, ist keins von beiden. Es ist beides zugleich.
Die Definition
Ein Succession Founder übernimmt ein bestehendes, inhabergeführtes Unternehmen und macht es zu seinem eigenen. Das Unternehmen existiert schon. Die Arbeit nicht. Man übernimmt eine Bilanz, einen Ruf und ein Team, das genau hinschaut. Dann entscheidet man, was aus diesem Unternehmen als Nächstes wird.
Der Kern in einem Satz: Nachfolge heißt nicht, ein fremdes Unternehmen weiterzuführen, sondern auf einer bestehenden Basis ein eigenes aufzubauen, bereit für kommende Generationen.
Woher der Begriff kommt
Mein Großvater Eduard hat Hendricks 1972 in Neuss gegründet. Ich hatte nie vor, die Firma zu übernehmen. Ich bin in den Konzern gegangen und habe die Karriereleiter erklommen. Irgendwann habe ich verstanden, dass das Wertvollste, woran ich arbeiten konnte, schon da war: echte Kunden, echte Menschen, Jahrzehnte an Vertrauen. Nicht etwas, das man erbt und ordentlich hält, sondern etwas, das man zu seinem eigenen machen kann. Ich habe mit 27 übernommen. Heute führe ich die Hendricks Group in dritter Generation, und ich fühle mich nicht wie ein Verwalter. Ich fühle mich wie ein Gründer.
Was einen Succession Founder ausmacht
Übernehmen ist gründen. Gleiches Risiko, gleiches Eigentum, gleiches Recht, alles zu verändern.
Respekt vor dem, was da ist. Erst verstehen, dann verändern. Inhaber sind keine Verkäufer, sondern Menschen, die über ihr Lebenswerk und ihre Mitarbeitenden entscheiden.
Bauen statt verwalten. Ein Unternehmen, das funktioniert, verdient ein nächstes Kapitel, keine Liquidation.
Langfristig denken. Man baut nicht für den Exit, sondern für die nächste Generation, egal ob in der eigenen Familie oder nicht.
Familie oder extern: beides zählt
Ein Succession Founder kann die Tochter sein, die den Betrieb der Eltern übernimmt, die Führungskraft aus dem Konzern, die ein mittelständisches Unternehmen kauft, oder der langjährige Mitarbeiter, der mit einem Management-Buy-out Inhaber wird. Entscheidend ist nicht die Herkunft, sondern die Haltung.
Warum Deutschland mehr davon braucht
Laut KfW Research planen bis Ende 2029 jedes Jahr rund 114.000 kleine und mittlere Unternehmen, zu schließen statt zu übergeben. Zum ersten Mal sind es leicht mehr als die, die einen Nachfolger suchen.1 Bei den IHKs kommen auf einen interessierten Übernehmer 2,4 Inhaber, die übergeben wollen.2 Es fehlt also nicht an guten Unternehmen. Es fehlt an Menschen, die sie übernehmen und aufbauen.
Wenn Sie überlegen, eine Firma zu übernehmen, statt eine zu gründen, sind Sie einer von uns. Wenn Sie als Inhaber wissen wollen, was nach Ihnen kommt, lesen Sie, wie Sie einen Nachfolger finden. Nennen Sie sich Succession Founder. Und dann lassen Sie uns bauen.
Quellen